Suances

Ein herzliches Hallo an euch alle…

 

So langsam fällt der Streß von uns ab, und ich habe mal die Muße über die letzte Zeit nachzudenken und zu berichten….vielen Dank an alle, die ihr Versprechen wahr gemacht haben, und sich mal gemeldet, und ein Lebenszeichen von zu Hause geschickt haben. Darüber freuen wir uns sehr…das meiste habe ich in Ermangelung einer Internetverbindung über mein Handy gelesen, wenn ich mal wieder besser ans Internet angebunden bin beantworte ich auch die “Post”.

Die letzte Zeit vor unserer Abreise war anstrengend und für jeden erledigten Punkt auf unserer Liste kamen prompt 2 neue Punkte hinzu. Wir strampelten und strampelten…der 1. Mai rückte näher…naja soweit seid ihr ja alle auf dem Laufenden…

Da wir am 20. Juni allerallerspätestens in Santander sein müssen…dann beginnen die Sommerferien und Britta kommt (jubel jubel freu) mit ihrer Freundin um mit uns hier die Sommerferien zu verleben…hatten wir nun leider immer noch ganz schön die Zeit im Nacken.

Und den engl. Kanal und die Biskaya , die beide nicht als einfache und wetterverwöhnte Seegebiete bekannt sind, vor uns. Also weiterhin…Gas geben…Ruhe für Sightseeing und Entspannung hatten wir nicht so wirklich !

Das Wetter…naja…ehrlich gesagt ähnlich schlecht wie beim letzten Mal…viel Wind und meistens von Vorn! An den Seegang und das nächtliche Wache gehen mussten wir uns auch erst mal wieder gewöhnen…aber am schlimmsten war die Kälte…Bei knapp 10°C Wassertemperatur und Lufttemperaturen gegen 0°C in der Nacht war´s echt superanstrengend und eisig kalt…

2 Fleecehosen, Thermounterwäsche, dicke Socken und Kanadaboots, Überlebensanzug obendrüber, Sturmhaube plus Mütze…Handschuhe….So bin ich sonst nur angezogen wenn wir mitten im Winter rausfahren auf die Ostsee zum Fischen…..und trotzdem gefroren wie die berühmten Schneider….

Da freut man sich doppelt wenn die Wache zu Ende geht und die warme Koje mit Wärmflasche auf einen wartet. Wenn´s irgendwie möglich war sind wir sogar mit aufgebauter Kuchenbude und/oder Ofen bzw. Heizung an gesegelt…Bei den Stopps stand neben Müll entsorgen, Wasser bunkern, Schiff wieder aufräumen auch immer die Suche nach Brennholz auf dem Programm.

Natürlich läuft auch nicht immer alles glatt…z.B. ….

kaum 1Stunde von Dieppe entfernt….wir freuten uns nach mehrtägigem Segeln schon auf den Hafen….Enno war unten irgendwas reparieren….frischte der sowieso schon recht kräftige Wind auf….nun ja das hatte er den ganzen Tag immer mal wieder getan…bis zur Hafeneinfahrt wird die “Bö” vorüber sein…dachte ich…leider ging sie nicht vorüber, sondern es wurde mehr und mehr Wind…und dann noch der Strom gekippt und kam jetzt aus der gleichen Richtung wie der Wind…..wir konnten die Höhe nicht mehr halten…das wars erst mal mit dem sicherem Hafen….Auch mit Maschine war kein gegenan mehr möglich…direkt neben der Hafeneinfahrt wird´s flach.,..und stockenduster war´s inzwischen auch schon wieder…also sind wir erst mal beigedreht…nachgedacht…erwogen weiter zu segeln…dann doch noch einen 2. Anlauf gewagt….um dann morgens um 3 Uhr bei inzwischen 8 Windstärken in einem mit kleinen Angelbooten völlig überfüllten Winzhafen einzulaufen…kein Liegeplatz mehr frei…erst mal an der Kaimauer angelegt…da konnten wir bei 6 Meter Tidenhub nicht bleiben…zu Fuß durch den Hafen…anderen Platz gesucht…tatsächlich gefunden..und angelegt… ohne mit unserem “Panzer”eins von den Angelbooten zu versenken…puh…da war´n wir aber fertig…

 

Viel Glück hatten wir mit unserer Biskayaüberfahrt. Nach dem Auslaufen aus L´Aber Ildut einmal Segel gesetzt, eingetrimmt, Selbsteueranlage an und dann in 2 flotten Tagen bei achterlichem Wind mit 3-4 Windstärken in einem schwups ab nach Spanien…das haben wir genossen…endlich wieder Blauwasser unter dem Kiel (äh, Schwert)….und haufenweise Besuch von unseren geliebten Delphinen…

 

Nach Santander als erstem Anlaufpunkt hier an der nordspanischen Küste sind wir ein kleines Stück (~10 sm) weiter nach Westen gesegelt .Eine wunderschöne Küste! Felsen und lange weiße Sandstrände wechseln sich ab, grüne Wiesen ,eine üppige Natur…

Ein Flusslauf schneidet sich hier bei dem Städtchen Suante ins Land. Bei jedem Hochwasser fließt das Wasser der Biskaya ins Land und überschwemmt weitläufig das Tal. Eine schöne Auenlandschaft…ein Vogelparadies. Unmengen von Fischen bevölkern den Fluss…leider kann man nicht erkennen um welche Sorte es sich handelt, da das Wasser so trübe ist, daß man nicht mal die an der Wasseroberfläche schwimmenden( ich befürchte ja, das es sich nur um “Kackamakrelen” handelt) Fische sehen kann…und zu Ennos Leidwesen sind sie bislang auch noch nicht zu überreden gewesen an seine Angel zu beissen.

Wir liegen , so wie wir es am schönsten finden: einsam mitten in der Natur. Die Katze ist begeistert…endlich mal wieder im hohen Gras herumstreifen und Mäuse jagen.

 

 

Der erste Liegeplatz im Fluß erwies sich als nicht so besonders super….mitten in der Nacht (der 3. Nacht wohlgemerkt) war es unserem Anker gelungen sich aus dem Flußbett zu befreien…mit der Folge daß Enno um 4 Uhr morgens vor mir stand mit den Worten: “Draussen regnet es wie Sau…und wir hängen vor der Scheissmauer”das dauerte einen längeren Moment bis mir die Worte klar und ich wach wurde…rein ins Ölzeug…raus in den Regen…ohje…der Anker geslippt…und wir direkt vor der Steinmauer, die wohl hier mal erreichtet wurde damit das Fahrwasser nicht so schnell versandet….erst mal nachdenken jetzt ! ….zum Glück war noch auflaufendes Wasser….Beiboot wieder runter …2. Anker ins Beiboot….lange Leine rausgesucht….2. Anker in die Flussmitte gefahren….und dann ganz langsam und vorsichtig….Schiff von der Steinmauer weg wieder Richtung Flussmitte gewinscht…da waren wir aber froh daß Christine sone robuste Stahljacht ist…keine Schäden zu verzeichnen…bloß der Echolotgeber musste wieder gerade gebogen werden….

Internet gibts hier natürlich keins, aber vielleicht werden wir später mal unsere neu erworbenen Klappräder zusammenbauen und einen Ausflug machen, vielleicht findet sich dann ein Internetcafe und ich kann mal diesen Beitrag bloggen.

Das Wetter , falls es jemanden interessiert….ist nicht viel besser als in Deutschland….würde es als feinstes KielerWocheWetter bezeichnen….Regen, Sonne, Regen, Sonne, viel Wind….

wird schon noch werden….muss mich korrigieren…ist jetzt einen Tag später und es regnet ohne Unterbrechung…der Fahradausflug fällt darum ins Wasser…wir lesen dicke Bücher…Hape Kerkelings “bin dann mal weg” Beschreibung des Jakobsweges habe ich gerade durch…

 

Das nächste Ziel heisst San Vincente de La Barquera….bis dahin verabschiede ich mich erst mal…viele liebe Grüße von Katrin und Enno und Lola

 


Kommentare

Suances — 5 Kommentare

  1. Puh….. Spannend!!!!!! Wir wünschen euch eine entspanntere Weiterreise. Auf das ihr gut und heile und pünktlich ankommt. Liebe Grüsse von Heike und Jochen

  2. Ich lese gerne euren Reisebericht und wünsche euch eine tolle Zeit. Herzliche Grüße aus Langwedel wo heute endlich mal die Sonne schien 🙂

  3. Liebe Katrin, sehr schöner Reisebericht, weiterhin alles Gute. Übrigens Peter ist in eine Wohnung nach Nortorf gezogen, wird dann wohl leider doch nicht euer smutje.
    Herzlich Ulliwood

  4. Das hast Du sehr spannend erzählt, Kathrin, danke! Ohje,welch ein aufregendes Abenteuer, ich wünsche Euch sonnige Stunden zum Ausgleich für diese Strapazen! Viele Grüße von Ruth, die auf gar keinen Fall mit Euch tauschen möchte (Ja, das gibt es auch)

  5. hallo ihr Lieben, Ihr seid doch nicht zum Vergnügen abgelegt??!!!
    gehe immer innerlich ein bißchen bei euch an Bord, finde Abenteuer sind die Würze des Lebens….

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