Agadir

Hallo Ihr Lieben zu Hause…., Da melden wir uns mal wieder von unserer Segeltour. Die letzte sehr spannende Etappe war unser Marokkoaufenthalt. Nach 3 Tagen und eisekalten Nächten auf dem Atlantik erreichten wir abends um 21 Uhr Agadir. Die Überfahrt war ziemlich problemlos. Wir konnten Agadir fast anliegen und hatten auch die ganze Zeit über genug Wind. Am letzten Tag hatten wir morgens sehr dichten Nebel. Das war, da wir kein Radar oder AIS an Bord haben etwas unheimlich. Schon einige Meilen vor der Afrikanischen Küste schlug uns superwarme schwüle Luft entgegen und Agadir empfing uns mit 35°C ! Agadir hat eine riesengroße Hafenanlage mit mehreren Fischerhäfen, Industriehäfen, und ganz am Ende in dem unendlichen Lichtermeer einen kleinen Yachthafen. War nicht so ganz einfach zu finden. Vom Wasser aus sind die richtungsweisenden Seezeichen zwischen den blinkenden Reklametafeln kaum auszumachen. Also ehrlich gesagt, ohne unsere elektronische Seekarte wäre es wohl schwer geworden…Obwohl es ja beim Einlaufen schon Abend war, mußten wir noch vollständig einklarieren. Vom Hafenmeister über Zollbeamte, diverse Polizisten…alle kamen an Bord und füllten endlose Formulare aus, und kontrollierten unsere Papiere. Sie waren sehr nett, trotzdem waren wir dann froh, als der Letze das Schiff verlassen hatte und wir endlich unsere müden Häupter in die Kojen betten konnten. In Agadir ist das Leben zwar für afrikanische Verhältnisse sehr europäisch, für uns war es aber dann doch recht fremd und gewöhnungsbedürftig. Einer unseren ersten Ausflüge hat uns in den Souk von Agadir geführt. Ein Souk, ich nehme an die meisten wissen das, ist ein arabischer Markt auf dem man von der Tomate, über Gewürze, lebendigen Hühnern, Gameboys und Altkeidern, arabischen Djellabas bis zu Möbeln eigentlich alles kaufen kann. Sogar ein Chamäleon wurde uns wortreich angeboten. Mit Garantie!!!(dem Allroundwerbespruch aller Händler im Souk). Es sollte nur 4 € kosten. Die Kinder hätten das niedliche Tier gerne gehabt, wir konnten sie mühsam mit Hinweis auf unser dauernd hungrige Bordkatze vom Erwerb desselben abhalten. Außerdem erwiesen sich unsere Befürchtungen, daß so ein Chamäleon sicher artgeschützt und schwer zu halten ist auch noch als richtig. Na, das hätte ja schöne Komplikationen gegeben. Eine weitere “Sehenswürdigkeit” in Agadir ist der Fischereihafen mit seiner Auktionshalle. Steht man früh genug am Morgen auf, kann man den Fischern beim Entladen ihrer Schiffe und dem anschließenden Verkauf in der Auktionshalle zuschauen. Unglaublich !! So viele Menschen, so viele Fische, der Geruch und der Lärm, es ist unbeschreiblich. Auf unserer “Autotour” durch Marokko gab es auch noch viel zu entdecken. Marokko haben wir entgegen unseren Erwartungen als sehr grün und blühend erlebt. Überall bunte Blumen, das fanden wir toll. Die Menschen waren überall damit beschäftigt das grüne Gras als Viehfutter abzuernten und in riesigen Haufen mal auf dem Kopf, mal auf dem Esel nach Hause zu transportieren. “Ennos abenteuerliche Exkursionsreisen” (die wundersamerweise bisher alle Mietwagen folgenlos überstanden haben) führten uns diese Mal auf unwegsamen Pisten in die Berge des Antiatlas. In einem abgelegenen Dorf wurden wir von der Dorfbevölkerung zu Kaffee und Keksen (Wiederstand zwecklos) sowie einer Besichtigung des Dorfes und der Dorfschule eingeladen. Trotz etwas erschwerter Kommunikation (unser Arabisch ist nicht so toll) hatten wir einen netten Nachmittag und durften ganz besondere Einblicke in das Alltagsleben der ganz normalen marokkanischen Bevölkerung genießen. Die Häuser in dem Dorf waren zum Teil über 1000 Jahre alt und man hatte ein bißchen das Gefühl ins Mittelalter versetzt worden zu sein. Inzwischen sind wir nun schon wieder eine Etappe weiter: Seit einer guten Woche ankern wir vor Madeira. Hier ist es doch schon wieder erheblich kühler..Unsere obligatorische Mietautotour haben wir hinter uns. Madeira gehörte schon immer zu meinen Wunschurlaubszielen und ich muß finden, daß es hier wirklich schön ist. Die Berge noch schroffer als auf den Kanaren, aber so wunderbar grün! Üppige Vegetation wie bei uns im Hochsommer. Und überall blühen die tollsten Blumen. Die Menschen hier haben ein sehr beeindruckendes Bewässerungssystem geschaffen. Die Levadas (offene Wasserrinnen) durchziehen die ganze Insel und man kann sehr schön daran entlang wandern. In den nächsten Tagen wollen wir noch mal nach Funchal in den Hafen verholen. Wir müssen Wasser bunkern und an den Strom. Leider ist vor ein paar Tagen unser Generator kaputtgegangen. Das schränkt unsere Möglichkeiten elektrische Geräte zu benutzen erheblich ein. Ich hoffe, daß wir in Funchal mal wieder die Möglichkeit ins Internet zu gehen haben werden, damit ich meine Reisemail abschicken kann. Hier in Carnical habe ich tatsächlich absolut und überhaupt keine Anbindung gehabt. Von Funchal aus segeln wir weiter nach Porto Santo und werden dort auf gutes Wetter für unsere Überfahrt zu den Azoren warten. Tja, was gibts sonst noch zu erzählen ? Eigentlich nichts…der Katze gehts wieder gut..Bein ist wieder heil, Ostereier sind alle gefunden und zum größten Teil schon wieder aufgefuttert… Hoffe bei Euch zu Hause ist auch alles gesund und munter… Viele liebe Grüße von uns allen Katrin

Agadir autos-marroko-eins Marokko


Kommentare

Agadir — 1 Kommentar

  1. Was Ihr macht ist Klasse! Ich wünsche Euch allzeit gute Reise und eine handbreit Wasser unter dem Kiel! Werde sicher den blog verfolgen – ist für mich wie ein spannendes Buch lesen! Viel Glück und alles Gute – liebe Grüsse aus Kiel
    Sabine

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